Nibelungenschatz aufspüren

Es gibt in Deutschland unzählige Sagen und viele davon basieren auf tatsächlich stattgefundenen Ereignissen. Durch Weglassungen und Ausschmückungen  verschwimmen die Aussagen von Generation zu Generation immer mehr. Am Ende kann sich ein bis zur Unwirklichkeit verzerrter Text ergeben.

Es gilt daher der Kernbotschaft auf den Grund zu gehen und die ist bei der Nibelungensage nicht besonders aussagekräftig:

Irgendwo in Deutschland in Rheinnähe liegt oder lag ein Schatz verborgen.

Geht man praktisch an die Sache heran so ergeben sich folgende Eckpunkte:

Punkt 1: Der Schatz mußte unauffällig versteckt werden können.

Punkt 2: Ein Schatz muß wieder geborgen werden können. Dies schließt eine Versenkung im Rhein weitgehend aus. Auch die Theorie, dass es in einem Hafenbecken versenkt wurde ist unwahrscheinlich. Das wäre zu öffentlich.

Punkt: 3: Das Verbringen in eine Höhle scheidet aus, da dies ebenfalls zu risikoreich wäre. Die Höhlen ware der früheren Bevölkerung bekannt und es wäre aufgefallen wenn nun plötzlich eine verschlossen wurde.

Punkt 4: Ackerfläche scheidet ebenfalls aus, denn dann wäre er schon herausgeackert.

Was bleibt ist: Der Schatz wurde, wie fast alle anderen auch, irgendwo vergraben. Stellt man die Frage nach der Verbergungstiefe so dürfte er kaum tiefer als 50cm liegen. Es gab keine Metallsonden und daher auch kein Grund ihn tief einzugraben. Vermutlich ist der Nibelungenschatz mit Steinplatten abgedeckt um ein Herauswühlen durch Tiere zu verhindern. In der Nibelungensage kommt das Wort "Loch..." vor. Das ist aus meiner Sicht kein Ort sondern schlicht und einfach das Loch in dem er liegt.

Resümee:

Sofern der Nibelungenschatz wirklich existiert, liegt  er wahrscheinlich in einem Waldstück oder in einem unbewirtschafteten Hang in Rheinnähe (vermutlich irgendwo zwischen Worms und Köln). Es ist anzunehmen, dass er nicht sonderlich tief liegt. Er müsste daher mit einer Metallsonde im Allmetallmodus geortet werden können.

Beitrag an Freund mailen   Druckerfreundlich   

Direkter Link zu diesem Beitrag:


Rückverfolgung

Die URL für diesen Eintrag ist
http://www.zeitung.schatzsuchen.de/trackback.php/4/36

Hier sind Weblogs aufgelistet, die zu dem Post gehören





Kommentare

Gepostet von   www
am 1. Jun 2010, 09:16
Hallo Jens,

naja. Der Sage nach umfasste der Schatz 144 Karrenladungen wertvollster Sachen. Also so rund 50 Tonnen. Die vergräbt man nicht ungesehen, egal wo. Und bewachen kann man ihn auch nicht. Versenkung ist die einzige Chance einen so großen Hort vor fremdem Zugriff zu bewahren.

Wo genau aber, dass kann die Sage garnicht hergeben, denn nach ihrer eigenen Aussage wusste es ja keiner mehr, wo er lag. Also auch nicht der Schreiber!

Die Sage spielt im großen Dreieck, welches vom Rhein und der Donau gebildet wird. Was man sagen kann ist also: Der Schatz liegt (oder lag) irgendwo zwischen Rhein und Donau unter Wasser.

Gruß, Heribert.

Anworte auf diesen Kommentar
Gepostet von 2mRaidR  
am 1. November 2010, 16:40
In Bezug auf Punkt 2 der oben aufgeführten Liste muss allerdings angemerkt werden, dass Hagen von Tronje nicht unbedingt die Absicht verfolgte, den Hort wieder zu bergen. Der Schatz sollte zunächst vor allen Dingen aus dem Verkehr gezogen werden, um Kriemhild die monetären Mittel zu entziehen, eine schlagkräftige Truppe von Helden und Recken zu rekrutieren. So jedenfalls die Sage ...

Anworte auf diesen Kommentar
Gepostet von   www
am 25. Januar 2012, 13:29
Besonders interessant ist es wenn man Parallelen zwischen Schatzlegenden zieht. Vergleicht man zum Beispiel das Verschwinden das Nibelungenhorstes mit dem Verschwindern der Bundeslade. Die Legenden sind Meme die durch sozialpsychologische Filter durchgepresst wurden über lange Zeiträume.

Anworte auf diesen Kommentar


 
Name

eMail

URL


An mich erinnern?

Kommentare


Verifizierungscode
Verifizierungscode